Die Vereinschronik

Schon immer waren Feuersbrünste der Schrecken aller Menschen. Aber meistens standen die Bewohner dem ungezähmten Element fast hilflos gegenüber. Bei den alten Häusern, die damals vielfach in Holzbauweise und mit Schindel-, Holz- oder Strohdächern gebaut wurden, fand das Feuer reiche Nahrung, und konnte sich schnell ausbreiten. Durch den Umstand, dass viele Arbeiten im Stall und der Scheune oft bei offenen Licht ausgeführt wurden, war es leicht möglich, dass ein Brand ausbrach.

Man kann sich leicht vorstellen, wie hilflos die Leute damals solchen Bränden gegenüberstanden. Mit Hanf- oder Ledereimern musste das Wasser in einer Eimerkette von der Wasserstelle zum Brandherd befördert werden. Eine organisierte und planmäßige Brandbekämpfung kannte man damals noch nicht. Aber schon in der Mitte des 19.Jahrhunderts,als in Deutschland das „technische Zeitalter“ begann, fing man an, die Feuerwehren mit „modernen Löschwerkzeugen“ und „Löschmaschinen“ auszurüsten, um so den furchtbaren Brandkatastrophen, gegen die man bisher fast machtlos war, ein Ende zu bereiten.

Nach alten Aufzeichnungen in der Orts-Chronik findet sich eine Eintragung, wonach der Bürgermeister Müller eine allgemeine Feuerwehr eingeführt hat .Bereits im Jahre 1869 soll die Gemeinde beim Gelbgießer Spannagl in Landsberg eine gute Spritze bestellt haben. Auch von einen Spritzenhaus ist geschrieben, welches 1877 gebaut wurde. Im Gemeindearchiv befindet sich eine Urkunde des bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbands, wonach die Freiwillige Feuerwehr am 7.Juni 1889 gegründet und in die Liste dieses Verbandes eingetragen wurde. Der damaligen Wehr waren 52 Männer beigetreten, deren Vorstand Bürgermeister Andreas Streicher war. Als Kommandant stand dieser ersten Wehr Ludwig Zimmermann vor.

Die Kommandanten:
Ludwig Zimmermann 1889 - 1900Ludwig Schormayer 1972 - 1982
Anton Leitensdorfer 1900 - 1910Johann Liebich 1982 - 1988
Franz Metzger 1910 - 1923Adolf Ehle 1988 - 2000
Johann Gleißner 1923 - 1937Ewald Kapfhammer 2000 - 2012
Mathias Schöpf 1937 - 1947Hans-Georg Liegsalz 2012 - 2018
Karl Hartmann 1947 - 1952Andreas Höpfl 2018 - heute
Michael Widmann 1952 - 1972

Die Vorstände:

Bürgermeister Andreas Streicher

Bürgermeister Karl Metzger

Bürgermeister Ernst Baader

Bürgermeister Anselm Höpfl

Bürgermeister Karl Tochtermann

Andreas Höpfl 1977 bis 2000

Andreas Kurz 2000 bis 2012

Andreas Höpfl jun.2012 bis 2018

Stephan Waldleitner 2018 - heute

Die Eintragungen im “Protocollbuch” der Freiwilligen Feuerwehr Geltendorf sind in den Anfangsjahren kurz und bündig gehalten. So wurde fast durchwegs nur von den Jahreshauptversammlungen geschrieben, wobei außerdem meist noch ein kurzer Kassenbericht und der Zeitplan für die Jahresübungen gegeben wurde. Außerdem wurden während der beiden großen Kriege überhaupt keine Eintragungen ins Protokollbuch gemacht, da der größte Teil der Feuerwehrmänner unter Waffen stand und dabei vielfach den Tod für Heimat und Vaterland erlitten hat. In einem Nachtrag berichtet der Schriftführer von einem tragischen Unglücksfall während eines Einsatzes in Hausen b.G. am Kirchweihsonntag des Jahres 1928. Dabei kam der erst 24 jährige Magnus Seemüller ums Leben. Nach den letzten Kriegswirren fanden sich trotzdem wieder einige Männer, die unsere Wehr wieder einsatzfähig machten. Leider fehlte von der Vereins-Standarte, die unsere Wehr schon seit langem besaß, jede Spur. Sie blieb bis heute unauffindbar.

Die Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Geltendorf

Wie bereits erwähnt, wurde im Jahre 1869 von der Gemeinde Geltendorf eine fahrbare Handdruckspritze gekauft. Diese Spritze versah bei der FF Geltendorf ihren Dienst bis nach dem Krieg. Über den verbleib der alten Spritze ist leider nichts mehr zu erfahren. Gerüchte besagen, dass sie bis ca.1958 im Lagerhaus in der Riedgasse stand und vermutlich an einen Schrotthändler verkauft wurde. Durch einen glücklichen Umstand kamen die Geltendorfer nach dem Krieg zu ihrer ersten Motorspritze. Amerikanische Besetzer hatten am Erlensee eine Motorspritze zum Reinigen ihrer Fahrzeuge eingesetzt. Entweder hatten die Amis ihre Spritze vergessen oder bewusst zurückgelassen. Einige mutige Feuerwehrmänner versteckten die Spritze kurzerhand und Warteten ab. Die Spritze wurde aber weder vermisst noch gesucht und so verrichtete die Pumpe ihren Dienst bis in das Jahr 1962. Die „Ami-Spritze“ ist noch heute im Besitz der Feuerwehr Geltendorf.

"Ami - Spritze"

Im Jahre 1962 wurde dann von der Fa .Ziegler ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA) an die Feuerwehr ausgeliefert. Mit dem neuen Anhänger wurde die Schlagkraft der Wehr für damalige Verhältnisse enorm verbessert. So konnte nun die FF Geltendorf nach langer Zeit der Provisorien wieder mit vollständigen Gerät ausrücken. Die damals neu beschaffte TS 8/8 versah noch bis 2010 ihren Dienst im 1985 beschafften LF 8. Zum Neubau des Feuerwehrhauses in der Neuenstraße erhielt unsere Wehr 1976 ein gebrauchtes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Diese Anschaffung war notwendig, da sich die Struktur der Gemeinde und der Feuerwehr aufgrund der guten S-Bahn-Verbindung nach München änderte. Bestand die Feuerwehr früher vorwiegend aus Landwirten und Handwerkern aus dem alten Dorfbereich, so drängten nun zunehmend Pendler in die Gemeinde und somit auch in die Feuerwehr. Es war nicht mehr zeitgemäß, bei Alarmierung auf einen Traktor als Zuggerät zu warten oder gar mit Muskelkraft den Anhänger an die Einsatzstelle zu ziehen. 1978 wurde vom damaligen Kommandant Schormayer versucht ein LF 8 zu beschaffen. Für diesen Fahrzeugtyp wurde jedoch keine Mehrheit gefunden, da viele auf ein Fahrzeug mit Wassertank plädierten. So kam auch hier der FF Geltendorf der Zufall zugute. Über verschiedene Umwege kam ein LF 16 von der Berufsfeuerwehr Köln nach Geltendorf.

"Büffel "( LF 16 )

Das Fahrzeug war aus taktischer Hinsicht ein Volltreffer für die FF, erstens konnte es 9 Mann Besatzung aufnehmen, zweitens sofort Wasser (1500 L) abgeben kann und drittens über umfangreiche Ausstattung (Atemschutz) verfügt. Das LF 16 wurde von den Männern der FF Geltendorf vollkommen restauriert und umgebaut. Auch ein Wasserwerfer wurde auf dem Dach aufgebaut um auch bei größeren Bränden über eine entsprechende Schlagkraft zu verfügen.

1980 wurde das erste TSF aus Altergründen ausgemustert und durch einen baugleichen Typ von der FF Ingolstadt ersetzt. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass ein Fahrzeug Baujahr 1962 technisch nicht mehr viel hergab. Deshalb befasste sich die Führung unter Kdt. Liebich mit einer Ersatzbeschaffung. Mit dem Inkrafttreten des neuen bayerischen Feuerwehrgesetzes vom 23.12.81 wurde auch die technische Hilfeleistung bei Unfällen Pflichtaufgabe der Feuerwehr. Als Konsequenz für die „Neuaufgabe“ kam deshalb für die Beschaffung nur ein Fahrzeug mit Hilfeleistungsgerät in Betracht. Die Wahl fiel dann auf ein LF 8 mit Beladeplan technische Hilfeleistung auf Unimog aufgebaut, dass auch heute noch bei der FF Geltendorf im Dienst steht.

1994 wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug für das inzwischen sehr betagte LF 16 beschafft. Dabei handelt es sich um ein LF 16/12 auf einem MAN-Fahrgestell und einen Aufbau der Fa.METZ aus Karlsruhe. Das Fahrzeug wurde zusätzlich mit Wasserwerfer, Lichtmast, Überdrucklüfter, Hochdruckreiniger, 1600 L Wassertank und einem verstärkten Stromerzeuger ausgestattet. Dieses steht ebenfalls noch im Dienst bei der FF Geltendorf. 1995 wurde damit begonnen, in unseren alten TSA-Anhänger einen Stromerzeuger,der aus dem Wasserhaus ausgebaut wurde, mit 15 KVA Leistung einzubauen. Dazu wurde der Anhänger in vielen Arbeitsstunden komplett restauriert und umgebaut, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

2001 kam ein Mehrzweckfahrzeug ins Gespräch, da man z.B. während eines größeren Schadensereignisses in dem unsere beiden anderen Fahrzeuge taktisch fest eingebunden sind, nicht mehr flexibel genug reagieren kann. Der neue Mercedes-Sprinter wurde von der Fa. Geidobler zum Mehrzweckfahrzeug (MZF) ausgebaut, und mit einem Modulsystem für verschiedene Transport- und Zubringeraufgaben ergänzt. Das Fahrzeug wurde 2003 in Dienst gestellt.